Ende der 1950er Jahre wurde in England die Versorgung der britischen Rhein-Armee im Falle eines Angriffes der Warschauer Pakt Staaten mit darauf folgender Zerstörung der Brücken in Europa überdacht. Der englische Fahrzeughersteller Alvis begann (ohne Auftrag seitens der Armee) mit der Entwicklung eines hochgeländegängigen und vor allem schwimmfähigen Lastkraftwagens mit einer Nutzlast von 5 Tonnen.

Stalwart FV622 MK II
Stalwart FV622 MK II

Das 6x6 Fahrgestell verbindet dieses Fahrzeug mit seinen gepanzerten Varianten, dem FV601 Saladin sowie dem FV603 Saracen. Beginnend mit 1966 wurde der „Stalwart“ bei den britischen Streitkräften eingeführt und kam als Versorgungs- und Instandsetzungsfahrzeug zum Einsatz. Seine Schwimmfähigkeit basiert auf einer geschlossenen Wanne sowie zwei Wasserstrahlantrieben, welche dem Fahrzeug im Wasser eine Geschwindigkeit von 6 Knoten erlaubten.

FV601 Saladin (links) und FV603 Saracen (rechts)
FV601 Saladin (links) und FV603 Saracen (rechts)

Das Fahrzeug wird von einem 8-Zylinder Rolls Royce B-81 Mk.8B Reihen-Vergasermotor mit einem Hubraum von 6.5 Litern und einer Leistung von 220 PS angetrieben und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h. Die Motorleistung wird über ein Schalt- sowie ein Wechselgetriebe an alle sechs Räder übertragen, wobei das Fahrwerk zwar über einen Quer- (drei Differentiale) jedoch keinen Längsausgleich verfügt. Dies führt bei längerer Straßenfahrt zu einem „Aufziehen“ des Antriebsstranges und kann – insbesondere bei beladenem Fahrzeug – zu Schäden führen. Die Heereskraftfahrer legten daher bei längerer Straßenfahrt immer wieder Pausen auf Parkplätzen ein und lenkten die Fahrzeuge entweder über Schwellen oder Bordsteine um einen „Ausgleich“ des verspannten Antriebsstranges zu erreichen.

Diesem Fahrzeugkonzept war in den britischen Streitkräften kein allzu langes Leben beschieden, da bereits kurz nach seiner Einführung die Helikopter-Entwicklung eine Truppenversorgung aus der Luft ermöglichte und somit die Schwimmfähigkeit zur Überschreitung von Flüssen nicht mehr notwendig war. Insgesamt wurden ca. 1100 dieser Fahrzeuge gebaut und an verschiedene Armeen ausgeliefert.

Mitte der 1970er Jahre entschied das Österreichische Bundesheer, vier FV622 (Mk II) zur Truppenerprobung anzukaufen. Die Erprobung erfolgte unter der Leitung der Pioniertruppenschule, leider kam es dabei zu einem tödlichen Unfall worauf der gesamte Erprobungs- und Beschaffungsvorgang abgebrochen und die vorhandenen Fahrzeuge verkauft wurden.

Stalwart Mk.2 während der Erprobung bei den Pionieren
Stalwart Mk.2 während der Erprobung bei den Pionieren

Unser Stalwart FV622 MK II ist voll schwimmfähig und trägt die taktischen Zeichen der Pioniertruppenschule.

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