Aufbauend auf dem Laufwerk des leichten US-Kampfpanzers M2 fertigte die Allis-Chalmers Mfg. Co. in Milwaukee ab 1942 den M4 High-Speed Tractor. „High Speed“ bezog sich dabei auf den Unterschied zur bis dahin in den Artillerie-Einheiten gebräuchlichen Pferdebespannung. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 Tonnen konnte dieses Fahrzeug sowohl die Geschützbesatzung (zehn Personen) als auch die Munitionsbevorratung transportieren. Zwischen 1942 und 1946 wurden ca. 5500 Fahrzeuge produziert.

M4 als Zugmittel der 155-mm Feldkanone „Long Tom“
M4 als Zugmittel der 155-mm Feldkanone „Long Tom“

Das Fahrzeug wurde als Zugmittel der 90-mm Fliegerabwehr-Kanone, der 155-mm Feldkanone („Long Tom“) und der 155-mm sowie der 8-Zoll Feldhaubitze verwendet. Je nach Einsatzzweck variierten die Heckaufbauten, um die passende Munitionsgröße laden zu können. In der US-Armee blieben diese Fahrzeuge bis Anfang der 1960er Jahre im aktiven Einsatz. Ihren Kriegseinsatz erlebten die M4 überwiegend ab der alliierten Landung in der Normandie ab Juni 1944 in Europa sowie später in Korea.

M4 mit erbeuteter deutscher 8.8-cm Fliegerabwehrkanone
M4 mit erbeuteter deutscher 8.8-cm Fliegerabwehrkanone

Der M4 High Speed Tractor wird über einen Waukesha 145GZ Reihen-Sechszylinder Vergasermotor angetrieben, welcher aus 13.4 Litern Hubraum eine Leistung von 210 SAE-PS liefert. Der größte Nachteil dieser Maschinen war zweifelsohne ihr gewaltiger Treibstoffverbrauch.

Eine schwerere Version der M4 war der M6 High Speed Tractor mit verlängertem Fahrwerk (6 anstelle von 4 Laufrollen) und angetrieben von zwei Waukesha 145GZ Motoren über ein gemeinsames Automatikgetriebe. Dieses Fahrzeug wurde geringeren Stückzahlen gefertigt und kam in den überschweren Artillerie-Bataillonen mit den 240mm Feldhaubitze zum Einsatz.

M6 High Speed Tractor, 38t
M6 High Speed Tractor, 38t

Nach Kriegsende verblieben zahlreiche Fahrzeuge in verschiedenen europäischen Armeen, darunter auch im neu entstandenen österreichischen Bundesheer. Unsere „M4“ erlebte die Landung in der Normandie und den gesamten Vormarsch der US-Armee 1944/45 bis Österreich. Sie wurde 1956 an das neue österreichische Bundesheer übergeben und war bis 1970 in den Artillerieeinheiten im Einsatz. Nach der Ausscheidung aller M4 wurde auch sie in die USA zurücktransportiert und durch die US Armee versteigert.

Zustand des Fahrzeuges vor Restaurierung 2007
Zustand des Fahrzeuges vor Restaurierung 2007

Das Fahrzeug wurde 2007 von einem britischen Sammler angekauft und das dritte Mal über den Atlantik transportiert. Nach Ankunft in England wurde der Motor erneuert und das Gesamtfahrzeug umfassend restauriert. 2016 erreichte das Fahrzeug dann wieder Österreich und trägt heute die Markierungen der ehemaligen Artillerieschule (heute Institut Artillerie der Heerestruppenschule).

HKFW M4 High Speed Tractor, 18t

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