Geländegängiger Lastkraftwagen, B, 1 t (710 Pinzgauer) Prototyp

Mitte der 1960er Jahre verlangte das österreichische Bundesheer einen Nachfolger für die bereits recht in die Jahre gekommenen Dodge-LKW, welche man von den US-Besatzungstruppen 1956 übernommen hatte. Die beiden österreichischen Fahrzeughersteller Steyr und ÖAF begannen mit der Entwicklung dieses leichten Lastkraftwagens, wobei sie grundsätzliche verschiedene Herangehensweisen wählten. Während ÖAF eine kleinere Variante der bereits in Produktion befindlichen Schwer-LKW entwickelte, setzte Steyr auf den im kleinen Haflinger bewährten Zentralrohrrahmen. Das Resultat waren der ÖAF Husar und der Steyr-Daimler-Puch Pinzgauer, Prototypen und Vorserienmodelle beider Fahrzeuge wurden ab 1966 durch das Bundesheer erprobt, bevor die endgültige Ankaufsentscheidung zugunsten des Pinzgauers fiel.

Lastkraftwagen D, 3 t (Steyr 380)

Bereits mit der Gründung des Bundesheeres der Zweiten Republik 1956 begannen Pläne, die durch die Alliierten überlassenen Fahrzeuge durch Produkte der wieder im Aufbau begriffenen österreichischen Nutzfahrzeugindustrie zu ersetzen. Die Steyr Werke bauten bereits seit 1945 aus Restbeständen den Steyr 2000 A, ab 1947 begann die Produktion des neuen Steyr 370. Dieses Fahrzeug verfügte über einen V8-Benzinmotor, ein Jahr später wurde im Steyr 380 der neue WD 413 4-Zylinder Dieselmotor vorgestellt.

Gräf & Stift ZA 230

Geländegängiger Zugkraftwagen, D, 75 t Schlepplast, mit Doppelkabine, Doppelseilwinde und Hiabkran

Nach 1956 verfügte Österreich nur über eine geringe Anzahl an leichten Panzerfahrzeugen, welche dem neu geschaffenen Bundesheer seitens der abziehenden Besatzungsarmeen (überwiegend der USA, jedoch teilweise auch der russischen Streitkräfte) überlassen worden waren. Für den Transport dieses Geräts waren noch aus dem 2. Weltkrieg stammende US-Fahrzeuge (System M19 mit Diamond Zugfahrzeug und Tiefladeanhänger sowie System M25 mit „Pacific“ Sattelzugmaschine und Sattelanhänger) vorhanden, welche jedoch ab Ende der 1950er Jahre durch österreichische Erzeugnisse ersetzt werden sollten.

International Harvester M62 Recovery Vehicle

Der M62 Bergekran wurde nach dem Krieg in Amerika als Nachfolger der Diamond T969 und Ward LaFrance M1 entwickelt. Der hydraulisch betriebene Kranaufbau stammte von Austin Western und konnte 20000 lbs (9 Tonnen) heben, erste Prototypen wurden Anfang 1952 erprobt. Der Continental R6602 6-Zylinder Vergasermotor leistete bei einem Hubraum von 9.87 Litern 196 PS, der Durst des Triebwerks war für damalige Maßstäbe normal (ca. 1 Liter pro Kilometer). Jeweils eine 10-T Winde vorne sowie eine 20-T Bergewinde im Heck des Fahrzeuges vervollständigten die Bergekapazität.